{"id":3340,"date":"2023-02-21T00:09:48","date_gmt":"2023-02-20T22:09:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lvts-berlin.de\/?p=3340"},"modified":"2023-02-21T00:09:48","modified_gmt":"2023-02-20T22:09:48","slug":"nachruf-dieter-stollenwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lvts-berlin.de\/homepage\/nachruf-dieter-stollenwerk\/","title":{"rendered":"Nachruf Dieter Stollenwerk"},"content":{"rendered":"<p>Nachruf auf Dieter Stollenwerk<\/p>\n<p>*28. Juni 1938 \u20203. Februar 2023<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">von Peter-Wolfgang Klammer<\/p>\n<p>Es war die Zeit des gro\u00dfen Aufbruchs. Rudi M\u00fcller (sp\u00e4ter: Prof. M\u00fcller-Poland) hatte den Senator f\u00fcr Schulwesen dazu bewogen, das Fach Theater in den F\u00e4cherkanon der Gymnasialen Oberstufe (Klassen 12 und 13) aufzunehmen. Gegen die Konkurrenz der beiden anderen k\u00fcnstlerischen F\u00e4cher Musik und Kunst wollte man noch bescheiden auftreten und nannte das neue Fach \u201eDarstellendes Spiel\u201c. Dieses wurde dann auch noch eine ganze Weile in der Erprobungsphase gehalten; die Kursleiter:innen mussten vorher Antr\u00e4ge auf Genehmigung stellen und hinterher Berichte bei der Senatsverwaltung einreichen.<\/p>\n<p>Dieter Stollenwerk war von Anfang an dabei. Er hat alle Windungen mitgemacht, alle Erfolge miterlebt, und als Rudi M\u00fcller 1984 die Oberleitung hinlegte, war es klar, dass Dieter praktisch die Leitung \u00fcbernahm. Er blieb Sprecher des \u201eArbeitskreises Darstellendes Spiel Berlin\u201c bis 2000, kurz vor seiner Pensionierung. Es gelangen ihm zwei Dinge von gro\u00dfer Bedeutung und bleibendem Wert: Die j\u00e4hrlichen Herbstfachtagungen und das ebenfalls j\u00e4hrlich stattfindende \u201earbeitstreffen SCHULTHEATER berlin\u201c, bei dem sich viele Theatergruppen aus Berliner Schulen an einem bestimmten Ort trafen, um sich gegenseitig sowie anderen interessierten Zuschauern ihre Arbeitsergebnisse aus dem letzten bzw. laufenden Schuljahr zu pr\u00e4sentieren. Dieses \u201eArbeitstreffen\u201c ist das Juwel des Berliner Schultheaters, es feiert in diesem Jahr sein 40. Jubil\u00e4um. Ich kann mich noch gut erinnern, wie Stolli von Pontius zu Pilatus lief, vom Bezirksamt Tempelhof (diverse Abteilungen) zur Senatsverwaltung, sich \u00fcber die Vorzimmer langsam zu den Schulr\u00e4ten vorarbeitete, um die finanziellen Mittel zu bekommen, die er brauchte, um die Aula der Luise-Henriette-Schule in einen fast professionellen Theatersaal zu verwandeln. Das ging bis hin zu einer Regiebr\u00fccke im vorderen Teil der Aula, die allen modernen technischen Anforderungen entsprach. Ein sehr wohlwollender Schulleiter st\u00e4rkte ihm den R\u00fccken. \u00dcber 30 Jahre lang kamen die Gruppen zum \u201eArbeitstreffen\u201c in die \u201eLuise\u201c, beides geh\u00f6rte zusammen.<\/p>\n<p>Das neue Fach brauchte nat\u00fcrlich auch eine Ausbildung. Es sollte sich ja nicht nur von der bisherigen Art des Schultheaters abheben, sondern musste \u2013 und wollte \u2013 sich einem strengen Lehrplan mit nachpr\u00fcfbaren Kriterien stellen. D.S. (sch\u00f6n das Spiel mit seinen Initialen!) nahm erst an mehreren, von Rudi M\u00fcller geleiteten Weiterbildungskursen teil, \u00fcbernahm aber schlie\u00dflich die Weiterbildung der Berliner Kollegen:innen. Vor allem sorgte er daf\u00fcr, dass die Ausbildung in schulischen, in Lehrerh\u00e4nden blieb und nicht in einer au\u00dferschulischen Institution verschwand. Sein Leitsatz war: Lehrer:innen wissen, wie Unterrichten geht, jetzt brauchen sie noch Handwerk f\u00fcr das neue Fach.<\/p>\n<p>Und dann wurde Dieter noch die Fachaufsicht in der Senatsverwaltung, d.h. eine Zeitlang war das Fach Darstellendes Spiel in Berlin in einer Hand und Dieter Stollenwerk war sein Gesicht.<\/p>\n<p>Es war eine aufregende Zeit, damals \u201eunter\u201c Dieter Stollenwerk, voller Einsatzfreude, Neugier, Enthusiasmus. Wir eroberten uns eine neue Welt: die Theaterwelt. Und ganz banal, aber ungemein befriedigend: Vor jedem Arbeitstreffen turnten wir beide, Stolli und ich, in der leeren Aula herum und putzten die Scheinwerfer. Mach&#8217;s gut, mein Lieber!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/localhost\/lvts\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Stolli-Nachruf.docx\">Nachruf Dieter Stollenwerk<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachruf auf Dieter Stollenwerk *28. Juni 1938 \u20203. Februar 2023 von Peter-Wolfgang Klammer Es war die Zeit des gro\u00dfen Aufbruchs. Rudi M\u00fcller (sp\u00e4ter: Prof. M\u00fcller-Poland) hatte den Senator f\u00fcr Schulwesen dazu bewogen, das Fach Theater in den F\u00e4cherkanon der Gymnasialen Oberstufe (Klassen 12 und 13) aufzunehmen. Gegen die Konkurrenz der beiden anderen k\u00fcnstlerischen F\u00e4cher Musik und Kunst wollte man noch bescheiden auftreten und nannte das neue Fach \u201eDarstellendes Spiel\u201c. Dieses wurde dann auch noch eine ganze Weile in der Erprobungsphase gehalten; die Kursleiter:innen mussten vorher Antr\u00e4ge auf Genehmigung stellen und hinterher Berichte bei der Senatsverwaltung einreichen. Dieter Stollenwerk war von Anfang an dabei. Er hat alle Windungen mitgemacht, alle Erfolge miterlebt, und als Rudi M\u00fcller 1984 die Oberleitung hinlegte, war es klar, dass Dieter praktisch die Leitung \u00fcbernahm. Er blieb Sprecher des \u201eArbeitskreises Darstellendes Spiel Berlin\u201c bis 2000, kurz vor seiner Pensionierung. Es gelangen ihm zwei Dinge von gro\u00dfer Bedeutung und bleibendem Wert: Die j\u00e4hrlichen Herbstfachtagungen und das ebenfalls j\u00e4hrlich stattfindende \u201earbeitstreffen SCHULTHEATER berlin\u201c, bei dem sich viele Theatergruppen aus Berliner Schulen an einem bestimmten Ort trafen, um sich gegenseitig sowie anderen interessierten Zuschauern ihre Arbeitsergebnisse aus dem letzten bzw. laufenden Schuljahr zu pr\u00e4sentieren. Dieses \u201eArbeitstreffen\u201c ist das Juwel des Berliner Schultheaters, es feiert in diesem Jahr sein 40. Jubil\u00e4um. Ich kann mich noch gut erinnern, wie Stolli von Pontius zu Pilatus lief, vom Bezirksamt Tempelhof (diverse Abteilungen) zur Senatsverwaltung, sich \u00fcber die Vorzimmer langsam zu den Schulr\u00e4ten vorarbeitete, um die finanziellen Mittel zu bekommen, die er brauchte, um die Aula der Luise-Henriette-Schule in einen fast professionellen Theatersaal zu verwandeln. Das ging bis hin zu einer Regiebr\u00fccke im vorderen Teil der Aula, die allen modernen technischen Anforderungen entsprach. Ein sehr wohlwollender Schulleiter st\u00e4rkte ihm den R\u00fccken. \u00dcber 30 Jahre lang kamen die Gruppen zum \u201eArbeitstreffen\u201c in die \u201eLuise\u201c, beides geh\u00f6rte zusammen. Das neue Fach brauchte nat\u00fcrlich auch eine Ausbildung. Es sollte sich ja nicht nur von der bisherigen Art des Schultheaters abheben, sondern musste \u2013 und wollte \u2013 sich einem strengen Lehrplan mit nachpr\u00fcfbaren Kriterien stellen. D.S. (sch\u00f6n das Spiel mit seinen Initialen!) nahm erst an mehreren, von Rudi M\u00fcller geleiteten Weiterbildungskursen teil, \u00fcbernahm aber schlie\u00dflich die Weiterbildung der Berliner Kollegen:innen. Vor allem sorgte er daf\u00fcr, dass die Ausbildung in schulischen, in Lehrerh\u00e4nden blieb und nicht in einer au\u00dferschulischen Institution verschwand. Sein Leitsatz war: Lehrer:innen wissen, wie Unterrichten geht, jetzt brauchen sie noch Handwerk f\u00fcr das neue Fach. Und dann wurde Dieter noch die Fachaufsicht in der Senatsverwaltung, d.h. eine Zeitlang war das Fach Darstellendes Spiel in Berlin in einer Hand und Dieter Stollenwerk war sein Gesicht. Es war eine aufregende Zeit, damals \u201eunter\u201c Dieter Stollenwerk, voller Einsatzfreude, Neugier, Enthusiasmus. Wir eroberten uns eine neue Welt: die Theaterwelt. Und ganz banal, aber ungemein befriedigend: Vor jedem Arbeitstreffen turnten wir beide, Stolli und ich, in der leeren Aula herum und putzten die Scheinwerfer. Mach&#8217;s gut, mein Lieber! Nachruf Dieter Stollenwerk<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"ocean_post_layout":"","ocean_both_sidebars_style":"","ocean_both_sidebars_content_width":0,"ocean_both_sidebars_sidebars_width":0,"ocean_sidebar":"","ocean_second_sidebar":"","ocean_disable_margins":"enable","ocean_add_body_class":"","ocean_shortcode_before_top_bar":"","ocean_shortcode_after_top_bar":"","ocean_shortcode_before_header":"","ocean_shortcode_after_header":"","ocean_has_shortcode":"","ocean_shortcode_after_title":"","ocean_shortcode_before_footer_widgets":"","ocean_shortcode_after_footer_widgets":"","ocean_shortcode_before_footer_bottom":"","ocean_shortcode_after_footer_bottom":"","ocean_display_top_bar":"default","ocean_display_header":"default","ocean_header_style":"","ocean_center_header_left_menu":"","ocean_custom_header_template":"","ocean_custom_logo":0,"ocean_custom_retina_logo":0,"ocean_custom_logo_max_width":0,"ocean_custom_logo_tablet_max_width":0,"ocean_custom_logo_mobile_max_width":0,"ocean_custom_logo_max_height":0,"ocean_custom_logo_tablet_max_height":0,"ocean_custom_logo_mobile_max_height":0,"ocean_header_custom_menu":"","ocean_menu_typo_font_family":"","ocean_menu_typo_font_subset":"","ocean_menu_typo_font_size":0,"ocean_menu_typo_font_size_tablet":0,"ocean_menu_typo_font_size_mobile":0,"ocean_menu_typo_font_size_unit":"px","ocean_menu_typo_font_weight":"","ocean_menu_typo_font_weight_tablet":"","ocean_menu_typo_font_weight_mobile":"","ocean_menu_typo_transform":"","ocean_menu_typo_transform_tablet":"","ocean_menu_typo_transform_mobile":"","ocean_menu_typo_line_height":0,"ocean_menu_typo_line_height_tablet":0,"ocean_menu_typo_line_height_mobile":0,"ocean_menu_typo_line_height_unit":"","ocean_menu_typo_spacing":0,"ocean_menu_typo_spacing_tablet":0,"ocean_menu_typo_spacing_mobile":0,"ocean_menu_typo_spacing_unit":"","ocean_menu_link_color":"","ocean_menu_link_color_hover":"","ocean_menu_link_color_active":"","ocean_menu_link_background":"","ocean_menu_link_hover_background":"","ocean_menu_link_active_background":"","ocean_menu_social_links_bg":"","ocean_menu_social_hover_links_bg":"","ocean_menu_social_links_color":"","ocean_menu_social_hover_links_color":"","ocean_disable_title":"default","ocean_disable_heading":"default","ocean_post_title":"","ocean_post_subheading":"","ocean_post_title_style":"","ocean_post_title_background_color":"","ocean_post_title_background":0,"ocean_post_title_bg_image_position":"","ocean_post_title_bg_image_attachment":"","ocean_post_title_bg_image_repeat":"","ocean_post_title_bg_image_size":"","ocean_post_title_height":0,"ocean_post_title_bg_overlay":0.5,"ocean_post_title_bg_overlay_color":"","ocean_disable_breadcrumbs":"default","ocean_breadcrumbs_color":"","ocean_breadcrumbs_separator_color":"","ocean_breadcrumbs_links_color":"","ocean_breadcrumbs_links_hover_color":"","ocean_display_footer_widgets":"default","ocean_display_footer_bottom":"default","ocean_custom_footer_template":"","ocean_post_oembed":"","ocean_post_self_hosted_media":"","ocean_post_video_embed":"","ocean_link_format":"","ocean_link_format_target":"self","ocean_quote_format":"","ocean_quote_format_link":"post","ocean_gallery_link_images":"on","ocean_gallery_id":[],"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3340","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lvts-berlin.de\/homepage\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3340","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lvts-berlin.de\/homepage\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lvts-berlin.de\/homepage\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lvts-berlin.de\/homepage\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lvts-berlin.de\/homepage\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3340"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/lvts-berlin.de\/homepage\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3340\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lvts-berlin.de\/homepage\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3340"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lvts-berlin.de\/homepage\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3340"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lvts-berlin.de\/homepage\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3340"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}